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<title>Schnuller</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Schnuller</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr">
<p>Der <b>Schnuller</b> (auch <i>Beruhigungssauger</i>) dient dazu, das Saugbedürfnis von <a href="S%C3%A4ugling" title="Säugling">Säuglingen</a> und <a href="Kleinkind" title="Kleinkind">Kleinkindern</a> zu befriedigen. Der moderne Schnuller besteht im Wesentlichen aus einem Mundteil, welches aus <a href="Latex_(Kautschukbaum)" class="mw-redirect" title="Latex (Kautschukbaum)">Latex</a> oder <a href="Silikon" class="mw-redirect" title="Silikon">Silikon</a> hergestellt ist, und einem Schild, welcher das Verschlucken des Mundteils verhindert.
</p><p>Umgangssprachlich wird der Schnuller auch <i>Nuckel, Nunni, Duddu</i> oder <i>Diddi,</i> <a href="Alemannische_Dialekte" title="Alemannische Dialekte">alemannisch</a> und verbreitet <a href="Schweizerdeutsch" title="Schweizerdeutsch">schweizerdeutsch</a> <i>Nuggi, Nüggel</i> und ähnlich,<sup id="cite_ref-sds_1-0" class="reference"><a href="#cite_note-sds-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> im schwäbischen Teil <a href="Baden-W%C3%BCrttemberg" title="Baden-Württemberg">Baden-Württembergs</a> und in der <a href="Ostschweiz" title="Ostschweiz">Ostschweiz</a><sup id="cite_ref-sds_1-1" class="reference"><a href="#cite_note-sds-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> <i>Zapfen,</i> in <a href="Graub%C3%BCnden" class="mw-redirect" title="Graubünden">Graubünden</a> und <a href="Kanton_Wallis" title="Kanton Wallis">Wallis</a> <i>Lutsch, Lutscher,</i><sup id="cite_ref-sds_1-2" class="reference"><a href="#cite_note-sds-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> in <a href="Unterwalden" title="Unterwalden">Unterwalden</a> <i>Tutsch,</i><sup id="cite_ref-sds_1-3" class="reference"><a href="#cite_note-sds-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> in <a href="Altbayern" title="Altbayern">Altbayern</a> <i>Duzl</i> oder <i>Dizi,</i> <a href="%C3%96sterreich" title="Österreich">österreichisch</a> auch <i>Duttel, Fopper, Luller, Nosi</i> oder <i>Zuz(zi),</i> in <a href="S%C3%BCdtirol" title="Südtirol">Südtirol</a> <i>Luller</i> oder <i>Lulli,</i> in <a href="Sachsen" title="Sachsen">Sachsen</a> <i>Nubbel</i> oder <i>Nubbl,</i> in der <a href="Oberlausitz" title="Oberlausitz">Oberlausitz</a> <i>Huttl</i> oder <i>Hutti,</i> im Ost-Westfälischen <i>Schnullibulli</i> und im <a href="Rheinland" title="Rheinland">rheinisch</a>-<a href="Herzogtum_Berg" title="Herzogtum Berg">bergischen Raum</a> <i>Bubu</i> genannt.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Ursprung_und_Funktion">Ursprung und Funktion</h2></div>
<p>Kindernuckeln ist ein natürlicher Vorgang. Der <a href="Saugreflex" title="Saugreflex">Saugreflex</a> ist angeboren und hat zum Ziel, dass das Kind die <a href="Muttermilch" title="Muttermilch">Muttermilch</a> saugen kann. Das Saugen formt den Kiefer und ist deshalb in einer frühen Phase für die <a href="Dentition" title="Dentition">Gebissentwicklung</a> wichtig. Haben Kinder im Säuglingsalter über das Gestilltwerden hinaus ein Lutschbedürfnis, dann ist ein Schnuller besser geeignet als der Daumen. Sollten Kinder mit dem <a href="Daumenlutschen" title="Daumenlutschen">Daumenlutschen</a> anfangen, sollte man ihnen stattdessen einen richtig geformten Schnuller anbieten. Kieferveränderungen, die vom dicken Daumen als Nuckelalternative kommen, sind gravierender als Kieferveränderungen durch einen Sauger. Der <a href="Oberkiefer" title="Oberkiefer">Oberkiefer</a> wird durch den Daumen nach vorn und gleichzeitig der <a href="Unterkiefer" title="Unterkiefer">Unterkiefer</a> nach hinten gedrückt. Dadurch kann ein sogenannter <a href="Offener_Biss" title="Offener Biss">lutschoffener Biss</a> entstehen. Damit ist eine spätere <a href="Kieferorthop%C3%A4die" title="Kieferorthopädie">kieferorthopädische Behandlung</a> vorherbestimmt.<sup id="cite_ref-Zur_2-0" class="reference"><a href="#cite_note-Zur-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Auch gut geformte Schnuller stören die natürliche Gebissentwicklung. Die Zähne, die durchbrechen wollen, drücken den Schnuller ein bisschen zusammen, jedoch verschafft sich der mit Luft gefüllte „Ballon“ des Schnullers Platz, indem er die Zähnchen dabei wieder zurückdrückt. So kann ein Überbiss entstehen, weil die Zähne versuchen, am Schnuller vorbei durchzubrechen. Auch der Kiefer selbst wird dabei verändert und in eine falsche Position gedrückt.
</p><p>Der Saugreflex sollte nicht über die von der Natur vorgesehene Zeit hinaus verlängert werden. Wenn die ersten <a href="Milchgebiss" title="Milchgebiss">Milchzähne</a> durchbrechen, löst der Kaureflex den Saugreflex ab. Wenn die Umstellung auf festere Nahrung erfolgt, sollte der Schnuller langsam abgewöhnt werden. Dies sollte ungefähr um den ersten Geburtstag herum erfolgen. Gegebenenfalls kann er durch einen Beißring ersetzt werden, der auch den Zahndurchbruch erleichtert.<sup id="cite_ref-Zur_2-1" class="reference"><a href="#cite_note-Zur-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Geschichte">Geschichte</h2></div>


<p>Historiker sind sich weitgehend darüber einig, dass die Geschichte des Schnullers mit der Entwicklung der künstlichen Säuglingsernährung beginnt. Bereits ein Relief aus der Zeit um 900 v.&nbsp;Chr. aus dem Palast des Königs <a href="Sardanapal" title="Sardanapal">Sardanapal</a> von <a href="Niniveh" class="mw-redirect" title="Niniveh">Niniveh</a> zeigt eine Frau, wie sie mit einem bauchigen Gefäß und einem Stäbchen einem Kind Nahrung (Milch, Honig, flüssige Butter) in den Mund streicht.<sup id="cite_ref-brüning_3-0" class="reference"><a href="#cite_note-brüning-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Weiterhin ist die Ernährung mit Honig und ähnlichem mittels Tontierchen bekannt; das sind Tongefäße in Tierform, die hinten eine große Öffnung zum Einfüllen der Nahrung hatten und im Bereich der Augen Öffnungen zum Saugen.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>In Europa sind Schnuller mindestens schon seit dem Mittelalter bekannt, wie bildliche Darstellungen zeigen. So etwa hält das Jesuskind auf einem Altarbild in der Kirche <a href="St.-Stephani-Kirche_(Aschersleben)" title="St.-Stephani-Kirche (Aschersleben)">St.&nbsp;Stephani</a> in <a href="Aschersleben" title="Aschersleben">Aschersleben</a> aus dem 15. Jahrhundert ein zu einem Beutel zusammengeschnürtes Leinentuch mit einer Füllung, das als Schnuller diente. Diese <i>Lutschbeutel</i> waren als Stoffschnuller vom Spätmittelalter bis ins 18. Jahrhundert<sup id="cite_ref-Zur_2-2" class="reference"><a href="#cite_note-Zur-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> verbreitet. Sie wurden gefüllt mit einer gesüßten Masse aus Brot, <a href="Zwieback" title="Zwieback">Zwieback</a>, Mehl, Brei – meist aus Äpfeln oder Möhren – oder sogar Mohnsamen. Manchmal wurden sie auch in <a href="Branntwein" title="Branntwein">Branntwein</a> getaucht.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Solche Lutschbeutel dienten vor allem als Beschäftigung der Kleinkinder und als Ablenkung v.&nbsp;a. in Zeiten der Hungersnot. Auch wirkten sie durststillend.<sup id="cite_ref-BerendsSundelin1829_6-0" class="reference"><a href="#cite_note-BerendsSundelin1829-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Diese Art von Schnuller spielt auch in der Bildergeschichte <i>Der Schnuller</i><sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> von <a href="Wilhelm_Busch" title="Wilhelm Busch">Wilhelm Busch</a> eine Hauptrolle. Weitere Namen wie <i>Sauglappen, Zulp, Zutzl, Zapfen, Nuppel, Schlutzer, Stöpfel, Schlozer, Fopper, Nosi, Zuckertif, Lülli, Pracherzitz</i> (im früheren <a href="Ostpreu%C3%9Fen" title="Ostpreußen">Ostpreußen</a>) und viele andere zeugen von der weiten Verbreitung u.&nbsp;a. im deutschsprachigen Gebiet.
</p><p>Der Schnuller wirkt durch die massierende Wirkung dem Juckreiz beim Zahnen entgegen und half besonders in Zeiten der Hungersnot. Das Reiben am Zahnfleisch sollte beim Zahnen Erleichterung verschaffen. Zu diesem Zweck nutzte man sogar Tierzähne, Knochen, Kristalle oder Elfenbein. Der harte Gegenstand sollte das Zahnfleisch durch dauernden Druck durchscheuern und das unangenehme Jucken besänftigen.<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> <a href="Christian_August_Struve" title="Christian August Struve">Christian August Struve</a> nannte den Gebrauch des Stoffschnullers „eine der ekelhaftesten Gewohnheiten […] womit man das Kind nähren und beruhigen will“. Er kritisierte die mangelnde Hygiene, Mundfäulnis mit Ausfall von Zähnen und die Gärung der Nahrungsmittel im Mund.<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Der moderne Gummischnuller wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelt.<sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Er bedeutete einen Fortschritt bei der Hygiene. Über die Benutzung als Beruhigungsmittel wurde auf der 76. Versammlung deutscher Ärzte und Naturforscher in Breslau im Jahr 1904 diskutiert. Während sich einige Ärzte gegen jeglichen Gebrauch aussprachen, wollten andere „unter gewissen Bedingungen die Verwendung eines modernen, sauberen Schnullers zugestehen“.<sup id="cite_ref-brüning_3-1" class="reference"><a href="#cite_note-brüning-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Formen_und_Größen"><span id="Formen_und_Gr.C3.B6.C3.9Fen"></span>Formen und Größen</h2></div>
<p>Es werden zwei Formen des Mundteils (Sauger) unterschieden: die runde Kirschform und die vorn abgeschrägte, der <a href="Mundh%C3%B6hle" title="Mundhöhle">Mundhöhle</a> angepasste Gaumenform. Entwickelt wurde die Gaumenform 1949 durch den Zahnmediziner Adolf Müller. Der Mediziner <a href="Wilhelm_Balters" title="Wilhelm Balters">Wilhelm Balters</a> sicherte die Entwicklung durch wissenschaftliche Studien ab.
</p><p>Die 1948 von den Franzosen Marret und Patuel gegründete Firma Mapa in <a href="Zeven" title="Zeven">Zeven</a> ist einer der größten Schnullerproduzenten. Sie erhielt die Patente der von Müller und Balters entwickelten gaumengerechten Beruhigungs- und Trinksauger sowie das Warenzeichen <a href="NUK_(Marke)" title="NUK (Marke)">NUK</a> (Abkürzung für „natürlich und kiefergerecht“) mit der Übernahme der Hanseatischen Gummiwarenfabrik. Um dem Wachstum der Mundhöhle gerecht zu werden, bieten die meisten Hersteller heute Mundteile in verschiedenen Größen an. Zudem können spezielle Schnuller auch als Saugtrainer in der Therapie von Saugschwächen, bei Fehlfunktionen der Mundmotorik und in der <a href="Logop%C3%A4die" title="Logopädie">Logopädie</a> angewendet werden.
</p><p>Der österreichische Designer <a href="Ernst_Beranek" title="Ernst Beranek">Ernst Beranek</a> war über Jahrzehnte mit der Entwicklung von Schnullern beschäftigt.<sup id="cite_ref-11" class="reference"><a href="#cite_note-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Inzwischen gibt es diverse Weiterentwicklungen des Schnullers, die den Hebeleffekt minimieren sollen, damit es zu einer möglichst geringen Beeinflussung des Zahndurchbruchs kommt.<sup id="cite_ref-12" class="reference"><a href="#cite_note-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In einer kleinen Untersuchung waren drei Gruppen von Kindern (<i>kein Schnuller</i>, ein „normaler“ und ein neuer Schnuller, der aufgrund dieser Überlegungen entwickelt worden war) auf Zahn- oder Kieferfehlentwicklung hin verglichen worden. Dabei schnitt die Gruppe <i>kein Schnuller</i> am besten ab (kein Kind wies eine Zahn- oder Kieferfehlentwicklung auf). In den beiden Gruppen mit Schnullern zeigten sich Fehlentwicklungen (<a href="Offener_Biss" title="Offener Biss">offener Biss</a>), die neu entwickelten Schnuller schienen jedoch den herkömmlichen überlegen.<sup id="cite_ref-13" class="reference"><a href="#cite_note-13"><span class="cite-bracket">[</span>13<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Vor-_und_Nachteile">Vor- und Nachteile</h2></div>

<p>Die Verwendung eines Schnullers in den ersten sechs Wochen nach der Geburt kann zur <a href="Saugverwirrung" title="Saugverwirrung">Saugverwirrung</a> führen.<sup id="cite_ref-14" class="reference"><a href="#cite_note-14"><span class="cite-bracket">[</span>14<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Da das Saugen an einem Schnuller die Druckverhältnisse der <a href="Eustachi-R%C3%B6hre" title="Eustachi-Röhre">Eustachi-Röhre</a> (Verbindung zwischen Mundraum und Ohr) verändert, könnte es bei Kindern, die einen Schnuller benutzen, häufiger zu <a href="Otalgie" title="Otalgie">Ohrenschmerzen</a> und <a href="Mittelohrentz%C3%BCndung" title="Mittelohrentzündung">Mittelohrentzündungen</a> kommen.<sup id="cite_ref-15" class="reference"><a href="#cite_note-15"><span class="cite-bracket">[</span>15<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Nach einer Empfehlung<sup id="cite_ref-16" class="reference"><a href="#cite_note-16"><span class="cite-bracket">[</span>16<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> könne man Babys nach dem ersten Lebensmonat mit Schnuller einschlafen lassen. Hierdurch ließe sich das Risiko, am <a href="Pl%C3%B6tzlicher_Kindstod" title="Plötzlicher Kindstod">plötzlichen Säuglingstod</a> zu sterben, deutlich reduzieren.<sup id="cite_ref-17" class="reference"><a href="#cite_note-17"><span class="cite-bracket">[</span>17<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Einige Studien kommen zu dem Ergebnis, dass zu langes Schnullertragen eine Verformung der Kiefergeometrie bewirken kann, so dass <a href="Dysgnathie" title="Dysgnathie">Fehlstellungen des Gebisses</a> (offener Biss) sowie Zungenfehlstellungen und daraus resultierende Sprachfehler möglich sind. Die fortdauernde Mundatmung erhöht außerdem das Risiko von <a href="Zahnkaries" title="Zahnkaries">Karies-</a> und Erkältungskrankheiten.<sup id="cite_ref-18" class="reference"><a href="#cite_note-18"><span class="cite-bracket">[</span>18<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>In Schnullern kann die Chemikalie Bisphenol A (BPA) enthalten sein, die im Verdacht steht, gesundheits- und erbgutschädigend zu sein. In Deutschland hat zum 1. März 2011 das <a href="Bundesministerium_f%C3%BCr_Ern%C3%A4hrung%2C_Landwirtschaft_und_Verbraucherschutz" class="mw-redirect" title="Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz">Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz</a> den Stoff im Zusammenhang mit <a href="Babyflasche" title="Babyflasche">Babyflaschen</a> verboten, der Abverkauf bereits hergestellter Fläschchen mit diesem Stoff war bis Ende Mai 2011 gestattet.<sup id="cite_ref-19" class="reference"><a href="#cite_note-19"><span class="cite-bracket">[</span>19<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Es gibt seitdem Schnuller ohne BPA. In Österreich wurde mit einer Verordnung des Bundesministeriums für Gesundheit vom 6. Oktober 2011 die Produktion von Schnullern mit Bisphenol A verboten.<sup id="cite_ref-20" class="reference"><a href="#cite_note-20"><span class="cite-bracket">[</span>20<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>
Für diesbezügliche Vorschriften in anderen Ländern siehe </p><div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→&nbsp;</span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="Bisphenol_A" title="Bisphenol A">Bisphenol A</a></i></div>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Fehlerhafte_Anwendung">Fehlerhafte Anwendung</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Abschlecken">Abschlecken</h3></div>

<p>Manche Eltern neigen dazu, den Schnuller durch eigenes Abschlecken oder Absaugen zu reinigen, beispielsweise nachdem der Schnuller zu Boden gefallen ist. Hierdurch ist eine Ansteckung des Kindes mit <a href="Karies#Ursachen" class="mw-redirect" title="Karies">kariesauslösenden Mundbakterien</a> (kariogene <a href="Streptokokken" title="Streptokokken">Streptokokken</a>) möglich. Die häufigste <a href="Infektionsweg" title="Infektionsweg">Übertragung</a> erfolgt über den Schnuller und den Milchflaschensauger zwischen Mutter und Kind (Vorkosten, Temperaturprüfung der Milch).
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Honig">Honig</h3></div>
<p>Um die Beruhigungswirkung des Schnullers zu steigern, wird der Schnuller in Honig oder andere süße Nahrungsmittel getaucht. Einerseits wird dadurch die Lust auf Süßes bereits im Babyalter programmiert, andererseits werden kariogene Substanzen zugeführt, die eine frühzeitige kariöse Zerstörung der Milchzähne bewirken.
Außerdem kann es über den Honig bei Kindern im ersten Lebensjahr zu lebensbedrohlichen Infektionen mit Clostridien, vor allem <a href="Clostridium_botulinum" title="Clostridium botulinum">Clostridium botulinum</a> kommen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Saugflasche">Saugflasche</h3></div>
<p>Die Saugflasche soll nicht als Dauernuckel statt des Schnullers gegeben werden. Dies kann zum <a href="Nursing-Bottle-Syndrom" title="Nursing-Bottle-Syndrom">Nursing-Bottle-Syndrom</a> führen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Methoden_der_Entwöhnung"><span id="Methoden_der_Entw.C3.B6hnung"></span>Methoden der Entwöhnung</h2></div>

<p>Es wird empfohlen, das Kind möglichst nach dem ersten Lebensjahr, jedoch spätestens nach Vollendung des zweiten Lebensjahres, über einen etwa dreiwöchigen Zeitraum vom Schnuller zu entwöhnen. Da die Entwöhnung in manchen Fällen problematisch verläuft, existiert sogar einschlägige Fachliteratur. Unter anderem wird darin eine anschließende Belohnung vorgeschlagen.<sup id="cite_ref-21" class="reference"><a href="#cite_note-21"><span class="cite-bracket">[</span>21<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Aufgrund der emotionalen Bindung ist es nicht ratsam, den Schnuller vor den Augen des Kindes zu entsorgen, wobei die räumliche Trennung davon endgültig und konsequent erfolgen sollte. Um den Abschied vom Schnuller zu erleichtern, nutzen Eltern unterschiedliche Entwöhnungsmethoden.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Abschiedsfest">Abschiedsfest</h3></div>

<p>Manche Familien feiern ein Abschiedsfest, bei dem das Kind den Schnuller in Geschenkpapier einpackt, um diesen einem fiktiven Baby zu schenken. Ein Elternteil bringt den Schnuller aus dem Haus und kommt mit einem Geschenk wieder, das von dem Baby sei, welches sich damit für den Schnuller bedankt. Das Kind erfährt somit, dass sein Schnuller anderswo einen guten Zweck erfüllt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Schnullerbaum">Schnullerbaum</h3></div>

<p>In <a href="D%C3%A4nemark" title="Dänemark">Dänemark</a> ist es schon lange Tradition, dass das Kind seinen Schnuller an einen <a href="Schnullerbaum" title="Schnullerbaum">Schnullerbaum</a> hängen und diesen jederzeit wieder besuchen kann, so dass es den Abschied mit einem positiven Erlebnis verbindet. In Deutschland wird dieser dänische <a href="Brauch" title="Brauch">Brauch</a> nach und nach von einigen Städten und Gemeinden übernommen, die in ihren Parks öffentliche Schnullerbäume ausweisen und an bestimmten Terminen Schnullerfeste mit Kinderprogramm veranstalten.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Schnullerfee">Schnullerfee</h3></div>
<p>Verfolgt man Erfahrungsberichte der Eltern, so hat sich mehrheitlich die <i>Schnullerfee</i> in Deutschland etabliert, die als fiktive Gestalt oder gespielte Person den Schnuller des Kindes gegen ein Geschenk eintauscht. Die <i>Schnullerfee</i> kommt wie die <a href="Zahnfee" title="Zahnfee">Zahnfee</a> aus dem angloamerikanischen Raum.<sup id="cite_ref-22" class="reference"><a href="#cite_note-22"><span class="cite-bracket">[</span>22<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Mundvorhofplatte">Mundvorhofplatte</h3></div>
<p>Die <a href="Mundvorhofplatte" title="Mundvorhofplatte">Mundvorhofplatte</a> ist eine lose, schnullerähnliche Platte. Sie wird in verschiedenen Arten und Größen hergestellt, um sie bei verschiedenen Indikationen einsetzen zu können. Sie kann dabei helfen, das Nuckeln am Daumen oder Schnuller abzugewöhnen oder bereits entstandene Schäden der Zahnstellung zu reduzieren.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li><i>Zum Stoffschnuller.</i> In: <i><a href="Psychologie_heute" class="mw-redirect" title="Psychologie heute">Psychologie heute</a></i>, Dezember 1980, S. 38.</li>
<li>Hanna Elisabeth Zuralski: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://docserv.uni-duesseldorf.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-25857/Dissertation%20Hanna%20Elisabeth%20Zuralski%20-%202013.pdf"><i>Klinische Studie zur Bewertung der kieferorthopädischen Bedeutung eines neuartigen Schnullers bei 27 Monate alten Kindern.</i></a> Dissertation. Heinrich-Heine-Universität, Düsseldorf 2013, S.&nbsp;11.</li>
<li>Wilhelm Schultze: <i>Kleine Schriften.</i> Vandenhoeck &amp; Ruprecht, 1966, S. 212 (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://books.google.de/books?id=sfc03Hn8d-gC&amp;pg=PA212&amp;lpg=PA212&amp;dq=%22Zulp%22+Lutschbeutel&amp;ots=YkEMW4I4lY&amp;sig=itJsSJS-R9UYqm05ROOafPTA5j0&amp;hl=de#v=onepage&amp;q=%22Zulp%22%20Lutschbeutel&amp;f=false">Google Books</a>).</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Pacifiers?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Schnuller</a></span></b>&nbsp;– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><span class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wiktionary"></span></span></span><b><a href="https://de.wiktionary.org/wiki/Schnuller" class="extiw external" title="wikt:Schnuller">Wiktionary: Schnuller</a></b>&nbsp;– Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.wissenschaft.de/umwelt-natur/nuckeln-haelt-babys-am-leben/">www.wissenschaft.de: Schnuller senkt Risiko für plötzlichen Kindstod</a> – Bericht über einen Artikel im <i>British Medical Journal</i></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
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</style><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20151231221557/http://www.kidsfabrics.de/"><i>Klinische Studie zur Bewertung der Akzeptanz eines neuartigen Schnullers.</i></a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> des <style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r250917974">
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</style><span class="dewiki-iconexternal"><a class="external text" href="https://redirecter.toolforge.org/?url=http%3A%2F%2Fwww.kidsfabrics.de%2F">Originals</a></span> vom 31. Dezember 2015 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>) <small class="archiv-bot"><span class="wp_boppel noviewer" aria-hidden="true" role="presentation"><span typeof="mw:File"><span title="i"></span></span></span>&nbsp;<b>Info:</b> Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</small><span style="display:none"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://IABotmemento.invalid/http://www.kidsfabrics.de/">@1</a></span><span style="display:none"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.kidsfabrics.de/">@2</a></span><span style="display:none">Vorlage:Webachiv/IABot/www.kidsfabrics.de</span> Dissertation an der Medizinischen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, 2008.</span>
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</ol></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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